Ein Tag in meiner Praxis
Hast du dich schon mal gefragt, wie wohl so ein Tag in meiner Praxis abläuft? Gerne zeige ich dir einen Einblick in meine Praxis-Welt.
Zu Beginn sollte ich wohl erwähnen, dass nicht jeder Praxis-Tag gleich aussieht.
Manchmal habe ich an einem Tag viele Klienten/-Innen, manchmal nur einen und manchmal auch gar keinen. All das gehört dazu. Und es ist nur authentisch, wenn ich dir alles davon auch zeige.
Na dann – los geht’s.
Der Weg von mir zuhause zu meiner Praxis kann ich zu Fuss gehen. Mir ist bewusst, dass dies ein Privileg ist, doch an manchen Tagen, wenn es regnet, stürmt oder einfach nur eisig kalt ist, braucht es Überwindung, nach draussen zu gehen. An den schönen Tagen ist es dafür himmlisch.
In 10 Minuten bin ich in meiner Praxis angekommen und nehme den Seiteneingang und öffne die Tür. Zu Beginn gehe ich in die kleine Küche und fülle den Wasserkrug auf, gebe die Heilsteine dazu und stelle die Gläser für meine Klienten bereit. Ich schnappe mir den Besen und wische den Boden draussen im Eingang. Nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Aber ich möchte, dass meine Klienten/-Innen einen sauberen Empfang haben. Eins kann ich dir sagen; Im Herbst sind die Blätter überall und kaum habe ich sie weggewischt, sind sie wieder da, grins!
Ich öffne vorsichtig meine Fenster und beobachte mit Adleraugen, ob eine Spinne bei mir Untermiete beziehen möchte. Das ist bereits zweimal vorgekommen und ich sage dir, so eine Nosferatu-Spinne ist ganz schön gross und schnell. Das muss nicht mehr vorkommen, denn 10 Minuten vor Sitzungsbeginn, war es doch etwas stressig, grins! Nichtsdestotrotz möchte ich vor der Sitzung etwas klare Luft reinlassen.
Apropos Spinnen. Manchmal möchten auch Frösche bei mir eine Sitzung. Als ich eines schönen Morgens in meine Praxis spazierte, brachte mich dieser kleine Kerl ganz schön zum Lachen.
Da er allein nicht mehr aus dem Schacht kam, wurde er anschliessend gerettet und in die Freiheit entlassen. Ich deute dies als gutes Zeichen: In meiner Praxis herrscht so gute Energie, dass ALLE Lebewesen zu mir kommen wollen.
…der liebe Froschkönig.
Frische Luft rein, schlechte raus. Danach spraye ich meinen Raumspray „Reine Energie“ und bereite somit den Raum auf eine neue Sitzung vor. Mich selbst spraye ich mit einem Aromasphere Spray ein und nehme mir intuitiv eine Aura Soma Essenz. Dies lässt mich ankommen und präsent werden. Ich mache vor jeder Sitzung eine bis zwei kinesiologische Schutzübungen, um mich abzugrenzen und bei mir selbst bleiben zu können. Ja – das ist sehr wichtig. Wenn ich mir keine Zeit dafür nehme, habe ich bereits festgestellt, dass ich nach der Sitzung sehr müde war und ein Gefühl des „neben mir stehen“ hatte. Alle Meridiane werden angeschaltet und ein letzter Toilettengang steht an. Es gibt nichts Schlimmeres, als während einer Sitzung auf die Toilette gehen zu müssen.
Doch stimmt; die Spinne wäre schlimmer.
Leere Arbeitsdokumente und Stammblätter werden vorbereitet und bereitgelegt, damit die Sitzung bald starten kann. Für diese Vorbereitungen nehme ich mir jedes Mal ungefähr 30 Minuten Zeit. Ich möchte, dass ich selbst und auch der Raum Ruhe und Präsenz ausstrahlen.
Je nachdem, ob Erwachsene oder Kinder zu mir in die Sitzung kommen, variiert der Ablauf ein wenig. Für Kinder bereite ich noch Malsachen vor und stelle den Raum etwas um, damit auch eine Mutter oder ein Vater in meinem Raum Platz nehmen kann.
Manchmal stelle ich fest, dass ich vielleicht nicht gerade die professionellsten Socken anhabe. Dann fällt mir wieder ein, dass authentisch zu sein, schon die Halbe Miete ist und alles ist wieder in Ordnung.
Wenn ich mehrere Klienten nacheinander habe, schaue ich, dass ich zwischendurch eine Pause habe, um zu lüften (Vorsicht Spinne!) und um wieder bei mir selbst anzukommen. Mittagspause mache ich bei mir zuhause.
Am Schluss wird wieder alles abgewaschen und aufgeräumt. Manchmal, wenn es mir guttut und die Sonne mir ins Gesicht lacht, gehe ich einen Umweg über das Land nach Hause. Es hilft sehr, die Sitzung Revue passieren zu lassen, mich selbst als Therapeutin zu reflektieren und meinen Kopf freizubekommen. Ich liebe tatsächlich das Gefühl, welches ich habe, wenn ich aus meiner Praxis spaziere. Selbst nach einem Jahr finde ich es einfach immer noch überwältigend, dass ich eine EIGENE PRAXIS habe!!! Ich bin jedes Mal beschwingt und tief berührt, welches Vertrauen meine Klienten in mich setzen. Und um ehrlich zu sein, fühlt es sich wahnsinnig gut an, jemanden auf seinem Weg begleiten und helfen zu dürfen.
…Umweg nach Hause.
Zuhause werden die Dokumente eingescannt und die Rechnungen am Laptop geschrieben. Buchhaltung eben. Wenn ich Zeit habe, bereite ich Instagram-Posts vor, schreibe Blogs, überlege mir Ideen für Werbungen und neue Flyer oder putze ganz unspektakulär meine Praxis.
Meine Assistentin für die Buchhaltung. Sie passt auf, dass ich alles richtig verrechne.
Ja, es gibt volle Tage und dann gibt es auch leere Tage oder oft im Sommer auch leere Wochen. Diese gilt es auszuhalten und an meinem Traum festzuhalten. Mir immer wieder bewusst zu werden; Ich bin erst seit einem Jahr Teilzeit-Selbstständig. Es braucht Zeit. Wenn alles getan ist und ich keine Anmeldungen habe, gönne ich mir auch manchmal einfach Zeit für mich. Gehe schwimmen, geniesse ein gutes Buch, gehe spazieren oder treffe mich mit meinen Freundinnen. Ich habe gelehrt, dass es nichts bringt, negative Gedanken aufkommen zu lassen und Trübsal zu blasen, wenn ich mal keine Anmeldungen habe. Alles kommt zu seiner Zeit.
Ich bin mehr als dankbar, hatte ich den Mut, diesen Schritt zu wagen. Das soll nicht heissen, dass ich nie zweifle. Ich habe oft Zweifel und ja, ich habe manchmal auch das Gefühl von „Fake it, till you make it“. Aber ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass es sich immer lohnt, seinem Herzen zu folgen. Und wenn man etwas gerne macht und mit ganzem Herzen, kann es nicht falsch sein.
Schön, dass du dir die Zeit genommen hast, etwas über meinen Praxis-Alltag zu lesen. Vielleicht treffen wir uns bald in meiner Praxis (OH MEIN GOTT – IN MEINER EIGNEN PRAXIS, grins!!) und lernen uns kennen.
Herzlich,
deine Melanie

